15. August 2021 · Reisen

Schweden 2021: Fietes erste große Reise

Im Juli 2021 zog Fiete bei uns ein, und zwei Wochen später ging es mit ihm nach Schweden. Geplant war eine Fahrt bis Mora und weiter nach Norden, geworden ist eine Reise, die das Wetter nach zehn Tagen beendet hat. Was blieb, sind vier Plätze am Wasser, ein Hund, der das Fahren verschlafen hat, und die Erfahrung, wie voll Skandinavien in jenem Sommer war.

Luftbild: das Wohnmobil steht allein an einer Straße am bewaldeten Ufer des Bolmensees
Småland von oben. Teilweise kam uns eine halbe Stunde lang kein Auto entgegen.

30. Juli: Start nach Feierabend

Der letzte Arbeitstag ist kurz, um halb zwei brechen wir auf. Ziel ist Middelfart, von dort soll es am nächsten Tag nach Schweden gehen. Für Fiete ist es die erste größere Fahrt. Wir kommen bis auf einen Stau gut durch und erreichen den Platz erst gegen sechs. Fiete hat die ganze Strecke verschlafen, was uns beruhigt.

Wir stehen am Strib Badehavn, dem Ausweichplatz, weil Middelfart selbst voll ist. Abends Gassi gehen, Blick auf die Marina, mehr braucht der erste Tag nicht.

31. Juli: über zwei Brücken nach Schweden

Zeitig los. Heute liegen die Storebælt- und die Öresundbrücke vor uns. Wir haben vorher Brobizz und Bropas bestellt, und das Bezahlen klappt ohne Halt und ohne Nachdenken. Gerechnet hat sich der Chip bereits bei der zweiten Überfahrt, also auf der Rückfahrt.

360 Kilometer später stehen wir auf dem Jägersbo Camping in Höör. Der Platz wird als familienfreundlich beschrieben, was in der Praxis bedeutet: recht laut. Für eine Nacht geht das. Am nächsten Tag soll es weiter Richtung Mora gehen.

Wohnmobil und Wohnwagen auf einer Wiese unter Bäumen, im Hintergrund Wasser unter bewölktem Himmel
Die erste Nacht in Schweden, bei Höör in Schonen.

1. August: quer durch Småland

Weiter Richtung Vättern und Vänern, quer durchs Land, wie schon 2017. Teilweise kommt uns eine gefühlte halbe Stunde lang kein Auto entgegen. Genau dafür fährt man nach Schweden.

Am Nachmittag finden wir einen Übernachtungsplatz direkt am Bolmensee. 163 Kilometer an diesem Tag, und für Fiete ein Wald, durch den er ungestört flitzen kann.

3. August: allein am Sottern

Wir halten an einem kleinen See in Närke. Es gibt dort einen Campingplatz, der fest in schwedischer Hand ist, und daneben einen kleinen Stellplatz direkt am Wasser. Auf dem stehen wir ganz allein.

Abends, als die letzten Angler zurück sind, wird es vollkommen still. Von allen Plätzen dieser Reise ist uns dieser als der ruhigste in Erinnerung geblieben.

6. August: Härjedalen, der nördlichste Punkt

Weiter nach Norden bis Sveg. Stellplätze am Wasser haben es uns in diesem Sommer angetan, und Mosäts Naturcamping ist genau das: ein einfacher Platz mitten im Kiefernwald, direkt am Ljusnan, mit Steg und Badestelle. Fünfzig Kronen die Nacht.

Hier oben liegt der Platz auf 368 Metern, und weiter nördlich sind wir auf dieser Reise nicht gekommen.

7. August: eine Sauna in Bjuråker

Der nächste See ruft, diesmal der Norra Dellen in Hälsingland. Femettan ist ein winziger Platz, hübsch angelegt, mit sehr sauberen Sanitäranlagen und einer holzbefeuerten Sauna unten am Wasser.

Leider ist es windig und regnerisch. Wir bleiben eine Nacht und fahren weiter. Im Rückblick hätte der Platz mehr Zeit verdient gehabt.

8. August: die Mühle bei Kolbäck

In unseren Notizen steht „Camping am Westernrestaurant", und das war ein Hörfehler, der sich lange gehalten hat. Westerqwarn heißt Westmühle, die Anlage am Strömsholms kanal geht aufs 15. Jahrhundert zurück.

Wir essen Pizza, gut und nicht billig, und es ist unser erster Versuch, mit Fiete in ein Restaurant zu gehen. Für den kleinen Mann ist das aufregend genug für einen Abend.

9. bis 10. August: das Wetter entscheidet

Das Wetter schlägt um, und wir beschließen, langsam wieder Richtung Süden zu fahren. Ein Reisetag mit einem Stopp auf einem Campingplatz in Jönköping, an dem wir nichts mehr unternehmen.

Am nächsten Tag regnet es weiter, also machen wir gleich noch einen Reisetag daraus und sind abends schon wieder in Dänemark. Nach der Öresundbrücke finden wir einen Platz an einer Marina bei Ishøj. Aus der Reise nach Mora und weiter nördlich ist damit nichts geworden.

11. bis 15. August: die dänische Rückreise

Wir wollen zurück nach Middelfart, um dort ein paar Tage an der Marina zu verbringen. Wie schon zu Beginn der Reise haben wir kein Glück: Der zentrale Platz ist wieder hoffnungslos voll. Man merkt in diesem Sommer überall die Auswirkungen des Campingbooms. Also wieder auf den Ausweichplatz nach Strib.

Es folgen Janderup Vestí am Angelteich und Juelsminde, ein kleiner Stellplatz an der Marina, an dem wir schon öfter waren. Auch dort ist alles belegt, wir erwischen den letzten Platz, in den unser Wohnmobil gerade so hineinpasst.

Wohnmobil mit geöffneten Klappen auf einer großen sonnigen Wiese, davor ein liegender Hund
Store Darum auf dem Weg zur Nordsee. Hier gab es nichts Besonderes, außer dass die bestellten Brötchen nicht berechnet wurden.

Am 14. August geht es an die Nordsee, mit einem Zwischenstopp auf einem Campingplatz in Store Darum. Einen Tag später erreichen wir Rømø. Das Wetter bleibt durchwachsen, aber der weitläufige Strand ist genau das Richtige: Fiete kann toben, ohne dass es jemanden stört.

Die Plätze dieser Reise

Was die einzelnen Plätze gekostet haben, haben wir auf dieser Reise nicht notiert. Für die vier schwedischen Plätze, zu denen es eigene Beiträge gibt, stehen dort die heutigen Preise, sauber als solche gekennzeichnet.

Was von dieser Reise bleibt

Dass Fiete das Reisen ohne Weiteres mitgemacht hat. Die erste große Fahrt hat er verschlafen, im Restaurant war er aufgeregt, am Strand von Rømø war er in seinem Element. Mehr kann man von einem jungen Hund nicht verlangen.

Und die Erkenntnis, dass 2021 kein Jahr für spontane Plätze war. Middelfart war zweimal voll, Juelsminde bis auf einen Platz, und wir waren froh, unseren Ausweichplatz in Strib zu kennen. Wer in solchen Sommern reist, sollte immer eine zweite Adresse im Kopf haben.

Nach Mora sind wir nicht gekommen. Das steht immer noch aus.

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