7. August 2019 · Reisen

Deutschlandtour 2019: vom Harz bis an die Nordsee

Im Sommer 2019 sind wir ohne festen Plan losgefahren. Erst in den Harz, dann immer weiter nach Süden, an die Donau, zurück an Mosel und Lahn und am Ende über die Grenze an die niederländische Nordseeküste. Zwölf Stationen in gut drei Wochen. Weil wir damals jeden Platz mit Preis notiert haben, steht hier ausnahmsweise, was eine solche Tour vor Jahren gekostet hat.

Sonnenuntergang über dem Stausee bei Kelbra, im Vordergrund Schilf und eine Wiese
Abends am Stausee Kelbra. Der Platz mit Seeblick war der schönste der ganzen Tour.

23. Juli: Altenau im Harz

Der erste Plan war die Okertalsperre. Das war zu optimistisch gedacht: alle Plätze voll und fest in holländischer Hand. Das hat uns damals verwundert, heute wissen wir, dass der Harz im Juli kein Geheimtipp ist.

Gefunden haben wir dann einen kleinen Naturcampingplatz in Altenau, den Campingplatz Polstertal, und dort einen guten Platz erwischt. Manchmal ist der zweite Anlauf der bessere.

24. Juli: Wernigerode

Weiter durch den Harz, aber nicht weit. Es wurde so schnell so heiß, dass wir nur wenige Kilometer fahren wollten. Ein ins Auge gefasster Stellplatz in Ilsenburg gefiel uns nicht, ein zweiter auch nicht, und so sind wir auf dem Stellplatz am Schloss in Wernigerode gelandet. Fünf Euro die Nacht, zwei Euro für die Ver- und Entsorgung.

Bis in die Innenstadt sind es von dort nur rund 500 Meter. Selbst dafür war es uns an diesem Tag zu heiß.

25. Juli: Kelbra am Stausee

Von Wernigerode nach Süden an den Stausee Kelbra, auf den Seecamping Kelbra. 20 Euro die Nacht, Strom 2,50 Euro, die Ver- und Entsorgung kostenlos. Wir hatten Glück und bekamen einen Platz mit Blick auf das Wasser.

Von allen Plätzen dieser Reise ist uns dieser am deutlichsten geblieben, was vor allem an einem Abend lag, an dem die Sonne über dem See unterging.

27. und 28. Juli: Meiningen und Bindlach

Zwei Stationen, bei denen nicht der Platz der Grund war, sondern die Leute. In Meiningen standen wir kostenlos auf dem Stellplatz Grossmutterwiesen, ohne Ver- und Entsorgung und ohne Strom, und haben uns abends mit anderen zum Grillen getroffen. Einen Tag später waren wir in Bindlach bei Bekannten, auf einem Platz an der Straße. Nicht schön, aber darum ging es nicht.

29. Juli: an der Donau

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es weiter Richtung Donau, mit einem Zwischenstopp irgendwo im Wald, weil die Nacht lang gewesen war. Gelandet sind wir auf dem Campingplatz Gasthof Kastlhof direkt am Fluss. Zwölf Euro, Strom zwei Euro, Ver- und Entsorgung kostenlos. Von dort sind wir mit den Rädern los.

Flussufer mit hohen Bäumen und einem Trampelpfad, Sonnenlicht fällt durch das Laub
Das Ufer direkt am Platz. Für Radtouren war das der beste Ausgangspunkt der Reise.

31. Juli: Speyer

Nach Speyer sind wir wegen des Technikmuseums gefahren. Der Caravanpark kostete 22 Euro und war damit der teuerste Platz der Tour, die Ver- und Entsorgung war kostenlos. Für einen Museumsbesuch und eine Nacht ging das in Ordnung.

Stefan steht in der Triebwerksöffnung eines ausgestellten Flugzeugs im Technikmuseum
Technikmuseum Speyer. Manche Fotos macht man einfach.

1. August: Trier, kurz und knapp

In Trier wollten wir uns die Stadt ansehen. Der Reisemobilpark Treviris kostete 10,90 Euro, Frischwasser einen Euro extra. Es war sehr voll, unruhig, und der Stellplatz gefiel uns nicht. Also blieb es bei einem kurzen Stopp und wir sind weitergefahren. Auch das gehört zu einer Reise, bei der man nicht plant.

2. August: Piesport an der Mosel

Von Trier an die Mosel nach Piesport, auf den Wohnmobilstellplatz Piesporter Goldtröpfchen. Zwölf Euro, Strom zwei Euro, Versorgung einen Euro, Sanitäranlagen gibt es keine. Dafür ein kleiner Platz mit Blick auf die Mosel, und wieder Touren mit dem Rad. Zu diesem Platz gibt es einen eigenen Beitrag.

4. August: Bad Ems an der Lahn

Von der Mosel an die Lahn, auf den Stellplatz Kutschers Marina. Elf Euro, Ver- und Entsorgung kostenlos. Radfahren, grillen, sitzen bleiben. Zu diesem Platz gibt es einen eigenen Beitrag.

Wohnmobil auf dem Stellplatz am Lahnufer bei Bad Ems, dahinter bewaldete Hänge
Bad Ems, direkt an der Lahn. Damals unterwegs mit unserem Dethleffs T 5801.

7. August: Brouwersdam in den Niederlanden

Zum Abschluss zog es uns an die Nordsee, an den Brouwersdam in Zeeland, wo wir schon im Jahr davor gewesen waren. Weil die Entscheidung spontan fiel, wurde die erste Nacht ein Notquartier. Am nächsten Tag haben wir einen ruhigen Platz für die restlichen Tage gefunden. 18 Euro, Ver- und Entsorgung und Strom inklusive, Duschen 50 Cent.

Dort fiel dann auch der erste Regen des ganzen Urlaubs.

Gedeckter Tisch im Wohnmobil mit Bier, Besteck und einem Strauß gelber Blumen
Drinnen, mit Blumen vom Wegesrand. Der Rest der Reise fand draußen statt.

Was die Tour gekostet hat

Alle Preise sind der Stand vom Sommer 2019, notiert am jeweiligen Platz. Sie sind heute nicht mehr gültig und stehen hier als Zeitdokument, nicht als Planungsgrundlage.

Was von der Tour bleibt

Diese Reise war anders als unsere heutigen. Wir sind fast jeden Tag weitergefahren, oft nur wegen eines Museums, eines Grillabends oder weil Bekannte auf dem Weg lagen. Zwei Plätze haben wir angesteuert und wieder verworfen, einen haben wir nach ein paar Stunden verlassen.

Was geblieben ist: die Abende am Stausee Kelbra und an der Mosel, und die Erkenntnis, dass die schönsten Plätze meist nicht die teuersten waren. Der Platz mit dem besten Blick kostete zwölf Euro, der teuerste stand neben einem Museum.

Wie es im Jahr darauf weiterging, als Reisen plötzlich zur Ausnahme wurde, steht im Bericht zum Wohnmobiljahr 2020.

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