6. September 2025 · Stellplätze · Schweden

Badeplatz Stigtomta: der Platz, an dem wir nicht geblieben sind

Ein Hinweis vorweg, damit dieser Beitrag richtig gelesen wird: Wir haben in Stigtomta nicht übernachtet. Wir waren da, haben uns umgesehen, die Hunde ausgeführt und sind dann weitergefahren. Nicht wegen des Platzes, der ist gut. Sondern weil sich der Abend anders entwickelte als geplant. Was wir gesehen haben, schreiben wir trotzdem auf, denn der Platz verdient es.

Die wichtigsten Infos

Schotterfläche am Waldrand bei Stigtomta, am Rand steht ein Wohnmobil, daneben eine Mülltonne
Die Schotterfläche liegt versteckt am Waldrand. Rechts die Mülltonne, links unser Platz für ein paar Stunden.

Unsere Drei Sterne Checkliste

Große Liegewiese mit Picknicktischen am Ufer eines Sees, dahinter Schilf und Wald
Die Wiese am See, ein paar Schritte von der Schotterfläche entfernt.

Warum wir weitergefahren sind

Wir kamen nach einem langen Fahrtag an, 450 Kilometer lagen hinter uns, der Morgen war neblig und kalt gewesen. Der Platz war genau das, was wir suchten: ruhig, abgelegen, Bewegung für Mensch und Hund.

Dann kam eine Gruppe Radreisender und baute ihre Zelte im Windschatten unseres Wohnmobils auf. Sie holten Holz, dann noch mehr Holz, und die Stimmung war laut und gut. Für sie. Wir hatten uns den Abend anders vorgestellt und sind weitergezogen. Das ist kein Vorwurf an irgendjemanden, ein öffentlicher Badeplatz gehört allen. Es ist nur der Grund, warum wir über die Nacht dort nichts sagen können.

Neun Kilometer weiter, an einer zweiten Badestelle, standen bereits acht Wohnmobile. Für uns war noch eine ruhige Ecke mit Blick auf den See frei. Dort haben wir übernachtet, und der Abend endete mit einem Sonnenuntergang, den wir so nicht erwartet hatten.

Mehrere Wohnmobile auf einer Fläche am See im Abendlicht, der Himmel färbt sich orange
Der Ausweichplatz neun Kilometer weiter, bei 58.8208, 16.6419.

Unser Insiderwissen

Ein Badeplatz ist kein Stellplatz. In Schweden lässt sich an vielen Badestellen übernachten, aber es sind öffentliche Flächen. Wer dort steht, teilt sie mit Badegästen, Anglern, Grillrunden und eben auch mit Radreisenden. Das ist der Preis für kostenlos und schön gelegen. Wer eine planbar ruhige Nacht braucht, ist auf einem bewirtschafteten Platz besser aufgehoben.

Immer einen zweiten Platz in der Hinterhand haben. Genau das hat uns an diesem Abend gerettet. Neun Kilometer sind schnell gefahren, und der Wechsel hat den Tag noch versöhnlich enden lassen. Wir schauen uns inzwischen bei Ankunft an, was in der Nähe sonst noch möglich wäre.

Wer wirklich baden will, kommt früher im Jahr. Anfang September war es zu kühl dafür. Die Anlage mit Wiese, Tischen und Wasserzugang ist aber eindeutig für den Sommer gemacht, und dann dürfte hier auch mehr los sein.

Für wen passt der Platz

Für alle, die kostenlos und naturnah stehen wollen und mit dem leben können, was ein öffentlicher Platz mit sich bringt. Für Hundebesitzer, weil Wiese, Wald und Wasser direkt beieinanderliegen. Und als Zwischenstopp auf der Strecke nach Süden, weil die E4 nah ist, ohne dass man sie hört.

Nicht geeignet für alle, die Versorgung brauchen. Es gibt kein Wasser, keinen Strom und keine Entsorgung. Und nicht geeignet für alle, die einen ruhigen Abend fest einplanen müssen.

Ein guter Platz, an dem wir aus einem Grund nicht geblieben sind, der nichts mit dem Platz zu tun hat.

Wie dieser Tag im Zusammenhang der Reise aussah, steht im Bericht zu Schweden 2025.

Angaben ohne Gewähr, unser Besuch war am 6. September 2025. Ausstattung und Untergrund haben wir selbst gesehen, die Angabe zu den Kosten stammt aus schwedischen Stellplatzportalen, Stand August 2026. An öffentlichen Badeplätzen können sich Regeln kurzfristig ändern, achtet auf die Beschilderung vor Ort.

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