Drei Wochen Dänemark im Wintermodus: schroffe Küsten, fast leere Stellplätze, Schnee auf den Stegen und Jahreswechsel irgendwo am Wasser. Vom 26. Dezember bis 8. Januar war Dänemark unser Zuhause auf Zeit.
26. Dezember: Oasen Römö
Gegen zehn Uhr lassen wir Itzstedt hinter uns und steuern gen Norden. Erst über deutsche Autobahnen, dann auf den ruhigeren Landstraßen Dänemarks. Die Vorfreude wächst mit jedem Kilometer.
Kurz nach halb zwei erreichen wir den Stellplatz Oasen auf Römö. Der erste Eindruck: gelungen. Unter alten Bäumen reihen sich schattige Stellplätze aneinander, das neue Buchungssystem funktioniert reibungslos, der neue Hundeauslauf macht einen guten Eindruck. Und dennoch bleibt ein leiser Vergleich: Marsk Camp in Skærbæk hat uns in der Vergangenheit mehr berührt. Für den Auftakt einer dreiwöchigen Tour aber ist Oasen ein solider, angenehmer Start.
Die Hunde erkunden neugierig ihr neues Terrain, während wir die erste dänische Winterluft einatmen. Abends verwandelt sich der Platz in eine kleine Winterwunderkulisse.
27. Dezember: Am Ringkøbing Fjord
Der Morgen verabschiedet uns unkompliziert von Oasen. Gegen zehn brechen wir auf, die Landstraße 181 führt uns durch die dänische Weite bis zum Ringkøbing Fjord. Kurz nach Mittag stehen wir direkt am Wasser, ohne Strom, dafür mit allem, was wir brauchen. Der Stellplatz ist einfach, ehrlich, perfekt.
Als die Sonne abends über dem Fjord versinkt, verstehen wir, warum dieser Ort auch im Winter gut besucht ist. Das Licht taucht das Wasser in Gold und Rosa, die Hunde dösen zufrieden neben uns. Am nächsten Morgen wiederholt sich das Schauspiel in umgekehrter Reihenfolge. Hvide Sande liegt fußläufig vor uns, aber wir brauchen heute nichts weiter als diesen Blick, diese Ruhe, diesen Moment zu viert am Fjord.
Manchmal reicht ein Stellplatz, ein Sonnenuntergang und ein Fjord.
28. Dezember: Lemvig
Auch heute brechen wir pünktlich gegen zehn auf. Eine Stunde Fahrt, ein Zwischenstopp an der Kosan Gasstation für die leere dänische Gasflasche, dann erreichen wir Lemvig kurz vor Mittag.
Vor uns eine kleine Marina, hinter uns ein paar vereinzelte Häuser. Wir sind allein hier am Remmerstrand Jollehavn. Die Stille ist beeindruckend. Könnten wir Silvester hier feiern, statt noch weiter nach Norden zu fahren? Wir lassen die Frage offen, während die Hunde den Hafen erkunden.
Die Lage hier ist besonders: direkt am Wasser, kein Lärm, ein kleiner Hafen als Kulisse. Morgens und abends gehört dieser Platz uns allein.
Weniger schön: Ein Wasserleck unter der Dusche macht sich bemerkbar, wohl ein Überbleibsel der letzten Reparatur. Morgen also Baumarkt, Dichtmasse besorgen. Ärgerlich, aber lösbar. So ist das eben unterwegs: nicht alles läuft glatt, aber wir finden immer einen Weg.
29. Dezember: Norddjurs
Weiter geht es nach Norddjurs. Ein kleiner Stellplatz in einem Hafen, Blick aufs Wasser, mehr braucht es nicht.
30. Dezember bis 1. Januar: Silvester in Lemvig
Lemvig lässt uns nicht los. Der Platz dort ist ideal für Silvester: ruhig, kein Böllern, schöne Aussicht aufs Wasser. Also fahren wir zurück. Auf dem Weg legen wir in Thisted einen kurzen Zwischenstopp ein. Der Stellplatz dort ist ordentlich, bietet aber kaum Auslaufmöglichkeiten für die Hunde, also bleiben wir nur kurz.
Den Jahreswechsel feiern wir schließlich genau dort, wo wir es uns vorgestellt haben: zu viert, am Wasser, in der Stille. Kein Feuerwerk, kein Trubel. Nur wir und der Jahreswechsel.
Ins neue Jahr gleiten, nicht knallen. Das ist unser Silvester.
1. Januar: Hadsund
Den Stellplatz in Hadsund haben wir 2024 auf unserer Reise nach Skagen entdeckt. Steife Brise, viel Wasser, ausgiebige Spaziergänge. Den Hunden gefällt es. Dass diesmal Schnee liegt, macht die Stimmung nur noch besser.
2. Januar: Assens
In Assens finden wir einen Stellplatz, der schöner nicht sein kann. An einer Marina, neben einem rot-weiß gestreiften Leuchtturm, umgeben von Wiesen und Feldern. Und alles liegt unter einer dicken Schneedecke.
Wir bleiben länger als geplant. Dieser Ort hat etwas, das sich schwer in Worte fassen lässt. Vielleicht ist es die Kombination aus Leuchtturm, Schnee und der Weite des Wassers. Vielleicht ist es einfach der perfekte Winterstellplatz.
Finale: Julesminde und Marsk Camp
Den Rest des Urlaubes tingeln wir durch Dänemark. In Julesminde erwischt uns ein Schneesturm, das Wohnmobil steht direkt am Hafen und die Welt draußen ist klirrend still.
Zum Abschluss landen wir wieder auf dem Marsk Camp in Skærbæk, unserem alten Lieblingsstellplatz auf dem Weg nach Hause. Was uns erwartet: wir stehen ganz allein. Der ganze Platz für uns. Das hatten wir so noch nicht.
Den Hunden gefällt es. Uns auch. Am 8. Januar geht es zurück nach Itzstedt, zurück in unser Mobilhome. Drei Wochen Dänemark im Winter. Kein schlechter Anfang ins neue Jahr.